So sitzt Ihr Kind richtig in der Sitzerhöhung – Tipps für maximale Sicherheit
Als Elternteil, Betreuer oder verantwortliche Person für die Sicherheit eines Kindes im Auto ist es entscheidend, dass Ihr Kind richtig in einem Kindersitz bzw. einer Sitzerhöhung gesichert ist. Sitzerhöhungen wirken vielleicht einfach, da sie keine Gurte wie ein Autositz haben, aber die korrekte Positionierung des Sicherheitsgurts ist entscheidend, um Ihr Kind bei einem Unfall zu schützen. Ich begleite Eltern seit Jahren in Fragen der Kindersicherheit im Auto und möchte Ihnen einen klaren, praxisnahen Leitfaden geben, damit Ihr Kind sicher und bequem fährt.
Was ist eine Sitzerhöhung?
Sitzerhöhungen sind für Kinder gedacht, die aus ihrem vorwärtsgerichteten Kindersitz mit Gurt herausgewachsen sind, aber noch nicht groß genug für den normalen Sicherheitsgurt eines Erwachsenen sind. Die Sitzerhöhung „hebt“ das Kind, sodass der Fahrzeuggurt richtig über den Körper verläuft.

Eine korrekte Passform ist entscheidend: der Beckengurt sollte tief über den Hüften verlaufen, nicht über dem Bauch, und der Schultergurt sollte über die Brust gehen, nicht über Hals oder Gesicht. Sitzt der Gurt nicht korrekt, ist Ihr Kind nicht vollständig geschützt.
Schritt 1: Prüfen, ob Ihr Kind bereit für eine Sitzerhöhung ist
Nicht jedes Kind ist sofort bereit für eine Sitzerhöhung. Einige Anzeichen, dass Ihr Kind bereit ist:
- Es hat den vorwärtsgerichteten Kindersitz in Gewicht oder Größe übertroffen.
- Es kann aufrecht sitzen, ohne zu rutschen.
- Es bewegt den Gurt nicht häufig hinter dem Rücken oder unter dem Arm.
Wenn Ihr Kind ständig am Gurt zieht oder dieser nicht auf der Schulter bleibt, sollte es weiterhin im Gurtsitz bleiben, bis es bereit ist.
Schritt 2: Positionierung des Kindes in der Sitzerhöhung
- Setzen Sie Ihr Kind vollständig zurück in die Sitzerhöhung, damit der Gurt richtig sitzt.
- Richten Sie die Hüften korrekt aus: Der Beckengurt sollte tief über den Oberschenkeln verlaufen, um Kräfte bei einem Unfall sicher zu verteilen.
- Positionieren Sie den Schultergurt über die Brust und zwischen den Schultern. Er darf niemals den Hals oder das Gesicht berühren.
Wenn Ihr Kind versucht, den Schultergurt abzuziehen, benötigt es möglicherweise noch einen Gurtsitz. Prüfen Sie immer die Anweisungen des Kindersitzes.
Schritt 3: Verwendung eines Gurtpositionsclips (für Sitzerhöhungen ohne Lehne)
Einige Sitzerhöhungen ohne Lehne enthalten einen Gurtpositionsclip, der den Schultergurt mittig hält.
So wird er verwendet:
- Clip so einstellen, dass er knapp über der Schulter sitzt.
- Clip auf den Schultergurt schieben.
- Sicherstellen, dass der Clip den Gurt über Brust und Schulter führt.
- Keinen Spielraum lassen; der Clip soll den Gurt nur positionieren.
Beim Anschnallen sollte der Arm unter dem Gurt und vor dem Clip geführt werden, ähnlich wie beim Tragen eines Rucksacks.
Schritt 4: Kopf- und Nackenschutz einstellen
- Kopfstütze in der richtigen Höhe, die den Hinterkopf abdeckt.
- Hals und Kopf des Kindes unterstützen, besonders bei plötzlichen Stopps oder seitlichen Aufprallen.
Schritt 5: Sicherheitskontrollen vor jeder Fahrt
- Beckengurt: tief über den Hüften, nicht über dem Bauch.
- Schultergurt: über die Brust und zwischen den Schultern.
- Gurtclip (falls vorhanden): mittig und fest.
- Kopfstütze: auf Höhe eingestellt.
- Kindeshaltung: aufrecht, nicht rutschend oder verdreht.
Bonus-Tipps von Kindersitz-Experten
- Beaufsichtigen Sie Ihr Kind beim Übergang von Gurtsitzen zu Sitzerhöhungen, da diese keinen eigenen Gurt haben.
- Bei kleineren Kindern: Stellen Sie sicher, dass Gurt und Beckengurt korrekt passen. Knie sollten bequem am Sitzrand liegen, der Gurt darf niemals über Bauch oder Hals verlaufen.
- Bei kaltem Wetter: Keine dicken Jacken oder Schneeanzüge unter dem Gurt verwenden, besser dünne Kleidung plus Decke über dem Gurt.
Fazit
Sicherheitsgurte sind nicht nur Vorschriften, sondern jeder Schritt schützt Ihr Kind. Von der richtigen Gurtführung bis zur Kopfstütze: Jedes Detail zählt. Mit diesen Tipps können Sie sicher sein, dass Ihr Kind bequem, richtig gesichert und geschützt fährt. Ziel ist, dass der Gurt mit Ihrem Kind arbeitet, nicht um es herum.
